E-Commerce und Fernabsatzgeschäfte

Keine Ladenschlusszeiten stören mehr die Einkaufslust. Es müssen keine schweren Taschen mehr durch die Stadt getragen werden, weil alles bequem vom Paketzusteller geliefert wird. E-Commerce im Internet boomt. Die bekannteste Internetseite für den virtuellen Einkauf ist wohl der Internetflohmarkt eBay. So einfach und schnell ein Einkauf im Internet auch abgewickelt werden kann, so verheerende Folgen kann ein Mausklick an der falschen Stelle haben. Denn bereits mit einem Klick kann ein rechtsverbindlicher Kaufvertrag zustande kommen, obwohl der Internet-Nutzer das möglicherweise gar nicht wollte. Daher lohnt es sich, immer die nötige Sorgfalt walten zu lassen und die Regeln eines Angebots zu studieren, bevor man tätig wird.

 

Bei den so genannten Internetversteigerungen auf Plattformen wie dem Auktionshaus eBay handelt es sich entgegen dem üblichen Sprachgebrauch nicht um Versteigerungen im Rechtssinne. Die ins Internet gestellte Anzeige stellt kein unverbindliches Angebot dar, sondern bereits eine vorweg erklärte Annahme des Höchstgebots. Somit hat also der Verkäufer bereits mit dem Einstellen des Angebots seinen Teil für den Abschluss eines Kaufvertrags erfüllt. Mit Ablauf der Bietzeit kommt zwischen dem Anbietenden und demjenigen, der das höchste Gebot abgegeben hat, ein wirksamer Kaufvertrag zustande. Dieser ist dann von beiden Seiten zu erfüllen. Der Verkäufer hat die Ware an den Käufer (= Höchstbietenden) zu übergeben und der Käufer hat den Kaufpreis (= Höchstgebot) zu entrichten. Einem privaten Verbraucher kann ein zweiwöchiges Rücktrittsrecht nach Erhalt der Ware zustehen. Voraussetzung ist ein sog. Fernabsatzvertrag, der ohne persönlichen Kontakt zustande gekommen ist. Der Verkäufer muss ein gewerblich tätiger Unternehmer sein, der sich auf den Fernabsatz spezialisiert hat, also Waren planmäßig über Fernkommunikationsmittel - telefonisch, über Internet, mit Brief, Fax oder Email – vertreibt.