Verkehrsunfall im Ausland

von Rechtsanwalt Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schwöbbermeyer

für das Stadtmagazin "Haller Willem" Nr. 289 11/2009


Die Urlaubszeit ist für Autofahrer oft nicht nur reines Vergnügen und Erholung. Neben langen Fahrten auf überfüllten Straßen wird vielen ein besonderes Souvenir in Form eines Verkehrsunfalls beschert, bei dem ihr Fahrzeug beschädigt oder sogar zerstört wird.

 

Ein Unfall innerhalb der Bundesrepublik Deutschland kann im allgemeinen ohne größere Probleme abgewickelt werden, insbesondere wenn er polizeilich aufgenommen wurde. Das deutsche Recht ist vergleichsweise geschädigtenfreundlich. Liegt das Verschulden eindeutig bei dem Unfallgegner, sind dem Geschädigten alle Kosten einschließlich Sachverständigen- und Rechtsanwaltskosten zu ersetzen.

 

Das Europäische Recht hat für Unfälle innerhalb der EU-Mitgliedstaaten deutliche Erleichterungen geschaffen. Der Zentralruf der Autoversicherer in Hamburg hat heute die Funktion einer EU-weiten Auskunftsstelle. Er ermittelt aufgrund des Kfz-Kennzeichens des Unfallgegners den zuständigen ausländischen Haftpflichtversicherer und dessen Schadensregulierungsbeauftragten in Deutschland. Diese haben dem Geschädigten innerhalb von drei Monaten in deutscher Sprache anzuzeigen, ob und in welcher Höhe der Schaden reguliert bzw. aus welchen Gründen eine Regulierung abgelehnt wird. Geschieht dies nicht, kann sich der Geschädigte an den Verein Verkehrsopferhilfe e.V. in Berlin wenden, der innerhalb von weiteren zwei Monaten die Schadensersatzansprüche zu prüfen und gegebenenfalls als nationaler Garantiefonds die Regulierung zu übernehmen hat.