Schuldnerverzug und Forderungseinzug

von Rechtsanwalt Michael Blase

für das Stadtmagazin "Steinhagen Erleben" Nr. 115 07/2010


Außenstände sind für gewerbliche Unternehmer nicht nur ärgerlich, sondern oft auch existenzgefährdend. Viele Schuldner bezahlen ihre Rechnungen erst mit wochenlanger, nicht selten mit monatelanger Verzögerung. Davor kann sich ein Unternehmer durch ein straffes Forderungseinzugsmanagement schützen. Wichtig ist vor allem, den Schuldner sicher und schnell in Verzug zu setzen. Bei traditioneller Vorgehensweise gibt der Unternehmer in seiner Rechnung ein Fälligkeitsdatum bzw. ein konkretes Zahlungsziel an.

 

 Zahlt der Schuldner innerhalb dieses Zeitraums nicht, mahnt der Unternehmer ihn unter Angabe einer genauen Zahlungsfrist an; sinnvollerweise weist der Unternehmer gleichzeitig ausdrücklich darauf hin, dass er nach Fristablauf einen Rechtsanwalt einschalten oder das gerichtliche Mahnverfahren einleiten wird. Zahlt der Schuldner auch nach Ablauf dieser Frist nicht, gerät er in Verzug. Eine einfachere Variante zu diesem Vorgehen bietet § 286 Abs. 3 BGB. Nach dieser Vorschrift gerät der Schuldner automatisch in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Rechnung zahlt. Allerdings muss ein Verbraucher in der Rechnung ausdrücklich auf diese Folge hingewiesen werden. Ist der Schuldner ebenfalls Unternehmer, ist dieser Hinweis entbehrlich. Befindet sich der Schuldner erst einmal in Verzug, sollte der Unternehmer zeitnah einen Rechtsanwalt seines Vertrauens einschalten. Er muß jetzt grundsätzlich nicht mehr befürchten, auf diesen Kosten sitzen zu bleiben. Denn nach Verzugseintritt hat der Schuldner dem Unternehmer neben der Hauptforderung allen weiteren Schaden zu ersetzen, der durch die verzögerte Zahlung entstanden ist. Dies sind insbesondere Verzugszinsen und eventuelle Gerichts- und Rechtsanwaltskosten.