Abwicklung eines Verkehrsunfalls

von Rechtsanwalt Dr. jur. Friedrich-Wilhelm Schwöbbermeyer

für das Stadtmagazin "Steinhagen Erleben" Nr. 116 08/2010


Die Urlaubszeit ist für Autofahrer oft nicht nur reines Vergnügen und Erholung. Vielen wird ein besonderes Souvenir in Form eines Verkehrsunfalls beschert, bei dem ihr Fahrzeug beschädigt oder sogar zerstört wird. Hierzu informieren die Rechtsanwälte Dr. Friedrich-Wilhelm Schwöbbermeyer, Michael Blase und Nadine Dirkwinkel:

 

Ein Unfall innerhalb der Bundesrepublik Deutschland kann im allgemeinen ohne größere Probleme abgewickelt werden, wenn alle wichtigen Informationen dokumentiert wurden. Der Unfallgeschädigte sollte immer darauf bestehen, daß ein Unfall von der örtlichen Polizei aufgenommen wird. In der polizeilichen Unfallmitteilung werden alle Daten aufgenommen, die für die Regulierung des Schadens wichtig sind. Der Unfallgeschädigte darf die Unfallmitteilung einem Rechtsanwalt seines Wahl übergeben, der die weiteren erforderlichen Schritte einleiten wird. Er wird Kontakt mit dem Haftpflichtversicherer des Unfallgegners aufnehmen und den Schaden direkt dort geltend machen. Das deutsche Recht ist vergleichsweise geschädigtenfreundlich. Liegt das Verschulden eindeutig bei dem Unfallgegner, sind dem Geschädigten gem. § 249 BGB alle Kosten einschließlich Sachverständigen- und Rechtsanwaltskosten zu ersetzen. Liegt eine Teilschuld vor, wird der Schaden auf alle Unfallbeteiligten entsprechend ihres Verschuldens verteilt.

 

Für Unfälle im europäischen Ausland hat das Europäische Recht deutliche Erleichterungen geschaffen. Der Zentralruf der Autoversicherer in Hamburg ermittelt aufgrund des Kfz-Kennzeichens des Unfallgegners den zuständigen ausländischen Haftpflichtversicherer und dessen Schadensregulierungsbeauftragten in Deutschland. Dieser hat dem Geschädigten innerhalb von drei Monaten in deutscher Sprache anzuzeigen, ob und in welcher Höhe der Schaden reguliert bzw. aus welchen Gründen eine Regulierung abgelehnt wird. Geschieht dies nicht, kann sich der Geschädigte an den Verein Verkehrsopferhilfe e.V. in Berlin wenden, der innerhalb von weiteren zwei Monaten die Schadensersatzansprüche zu prüfen und gegebenenfalls als nationaler Garantiefonds die Regulierung zu übernehmen hat.